1.jpg

von Chris Wittmann

In diesem Beitrag möchte ich euch das aktive Fischen auf den spektakulären Silurus glanis vorstellen. In der Welsszene kehrt nie Ruhe ein. Fortwährend werden neue Techniken und feinstes Angelgerät entwickelt, neue Gewässer entdeckt und Strategien ausgetestet.

Welse fängt man hierzulande infolge wachsender Popularität dieses Fisches immer häufiger. Doch oft wird ohne dem entsprechenden Angelgerät, angepasster Hauptschnur und Vorfächern gefischt, was neben dem Misserfolg vor allem zu Fehlbissen und Abrissen führt. Die erfolgversprechendste Methode ist das aktive Führen des Köders im Aufenthaltsgebiet der Welse. Daher erfreuen sich Methoden wie das Spin- und Vertikalfischen, sowie das Schleifen über Grund zunehmender Beliebtheit. Der Weg zum Erfolg führt aber nur über eine gute Kombination von Angelgerät und Ködersystemen.

Vertikal

Die effizienteste Methode bei kühlen Temperaturen und an Nahrungshotspots

Die besten Monate sind März bis Juni, sowie Ende September bis Anfangs November. Aber auch in der restlichen Jahreszeit kann der Wels gezielt aktiviert werden. Wichtig ist dabei, dass die Wassertemperatur mindestens 6 Grad erreicht hat. Idealerweise sind es 8 bis 16 Grad. Der Köder wird hüpfend über den Boden geführt und im Falle eines Bissen mit Besonnenheit Fühlung aufgenommen und angeschlagen.

2.jpgBei tiefen Wassertemperaturen anfang März sind die Bisse sehr vorsichtig.

3.jpgHochkonzentriertes Vorgehen führt einen zum Fisch.

Spezifisches Angelgerät

Hierzu benötigt man kurze Ruten, die oft aus der vertikalen Meeresfischerei stammen. Da dieses Angelgerät oft nicht effizient zu gebrauchen ist, werden heutzutage spezifische Ruten für diese Angelmethoden entwickelt. Da steht Shimano mit vielen Jahren Erfahrung im Ruten- und Rollenbau insbesondere für diese Methoden an vorderster Front und bietet ab 2013 Ruten an, welche nach den neusten Erkenntnissen gebaut wurden. Aufgrund intensiver Feldarbeit wurden die Serien Terez Silurus und Ultegra Silurus entworfen. Doch auch mit der BeastMaster Vertical Jiggig bietet Shimano ein hervorragendes Gerät für den Fang von Giant Trevally und Co. - und kann dank des tiefen Gewichts und gutem Längen-Balance Verhältnis auch für die Welsfischerei eingesetzt werden.

4.jpgKleiner Vertikalwels mit BeastMaster Jigging und leichter Shimano Multirolle gefangen.

5.jpgDie Welse fressen das ganze Jahr hindurch. Es ist nur eine Frage der Technik und Ausdauer.

6.JPGWird der Wels nicht zum Verzehr entnommen, ist der schonungsvolle Umgang mit dem Fisch wichtig.

Eine Multirolle ist richtig angewandt einer Spinnrolle überlegen. Vor allem bei kühlen Wassertemperaturen muss jede Unebenheit sofort ausgeglichen werden. Die Welse liegen oft dicht am Grund und haben einen eingeschränkten Aktionsradius. Fällt die Flusssohle an einer Kante um 60 Zentimeter ab und der Köder wird nicht umgehend gesenkt, ignoriert der Wels den Köder meist.

7.jpgMultirollen sind für das Vertikale Abenteuer ein Muss!

8.jpgWichtig sind auch die Systeme, an denen der Köder montiert und angeboten wird. Grundsätzlich besteht solch ein System aus einem Bleigewicht von 50 bis 100 Gramm, einem kleinen, superstarken 4xstrong Drilling in der Grösse 2 bis 1/0 und einem geflochtenen Vorfach von mindestens 60kg Tragkraft.

Tackleempfehlung:

Ruten zwischen 1,80 und 2,30m
Multirolle mit min. 100 Meter 0.40er geflochtener Schnur. Die maximalen Bremsleistung sollte 5kg Zug erreichen. Notfalls Spinnrollen ab Grösse 5000
Zur optimalen Struktur- und Köderkontrolle ist der Einsatz eines Echolots von grossem Vorteil.
Köder: tote Köderfische sowie Gummifische, Wurmbündel, Calamari.

 

Das Spinnfischen

Beim Spinnfischen auf Wels wird grob in zwei Kategorien unterschieden. Zum einen die Ufernahe Bootsfischerei entlang der Steinschüttungen mit Wobblern und zum anderen die Freiwasserspinnerei.

Spinnen im Uferbereich

9.jpgGrundsätzlich wird direkt an die Uferkante geworfen. Die Welse stehen unmittelbar vor dem Ufer und lauern regungslos auf Beute. Diese Methode führt aber nur zum Erfolg soweit dort natürlicherweise Nahrung wie Fisch und Fallnahrung verfügbar sind. Kommt der Biss nicht auf Anhieb kann man noch auf Nachläufer hoffen.

10-ersetzen.jpgKaum 5 Meter vom Ufer entfernt bietet das Spinnfischen viel Spass. Die Attacke kommt wie aus dem Kanonenrohr geschossen.

11.jpgNach den ersten Fluchten beginnt häufig ein Kampf in der Tiefe.

12.jpgMeist gehen kleinere Welse an den Köder. Doch auch richtige Granaten fordern manchmal das Angelgerät.

13.JPGRapala Wobbler sind erste Wahl da sie ausgesprochen stark gebaut sind.

14.JPGDie Shimano Lesath Power Game kombiniert mit einer Twin Power SW ist eine Traumcombo, welches keine Wünsche offen lässt. Ultraleicht für tausende ermüdungsfreie Würfe.

15.jpgShimano Rute in Aktion.

16.jpgEin letztes Aufbäumen des Fisches.

17.JPGGrenzwertige Ruten bester Bauweise, wie z.B. die Softbaitruten von Shimano, reichen in heimischen Gewässern mit dem entsprechenden Können aus. Da jedoch immer auch mit grossen Fischen gerechnet werden muss, sollte die Rute auf Nummer sicher etwas stärker gewählt werden.

18.JPGHerrlicher Spinnwaller.

19.JPGOftmals stürzen sich auch Rapfen auf die grossen Welsköder.

Tackleempfehlung:

Ruten von bester Qualität zwischen 1.80 und 2.30m und einem Maximalgewicht von 300 Gramm
Rollen ab Grösse 4000, ideal Grösse 5000
Geflochtene Schnur ab 0.32er bis 0.41er
Köder Rapala Jointed 13cm. Mit diesem Wobbler werden beim Uferfischen schätzungsweise 90% der Spinnwelse gefangen

Spinnfischen im Freiwasser

Das Freiwasserspinnen wird im offenen Wasser des Stroms, im See oder in Überflutungsgebieten angewandt. An Flüssen, welche sich ins Meer ergiessen, gibt es oft einen massiven Meeräschenaufstieg. In den Monaten Juni bis September stehen die Chancen am besten, solch ein Schauspiel mitzuerleben. Analog dazu dürfte sich in Schweizer Flüssen bei Hochwasser ähnliches abspielen.

20.JPGMit lautem Geklatsche flüchtet ein Trupp Meeräschen (Bild: Thorsten Emling).

21.JPGEin kapitaler Wels weit jenseits der Zweimeter-Marke stösst mit voller Wucht in den Schwarm... (Bild: Thorsten Emling)

22.JPG...und verabschiedet sich mit einem lauten Knall der Schwanzflosse (Bild: Thorsten Emling).

23.JPGFür den Fang von solchen Kalibern braucht man jede Menge Glück, auch um im richtigen Moment am Wasser zu sein (Thorsten Emling, Guide Welscamp La Motta, www.wallercamp.de)

24.JPGSpinnfischen ist intensiv und die attraktivste Methode.

25.JPGFrisch überflutete Sandbänke mit Bewuchs gelten als Hotspot und können mit leichtem Gummifisch und hochlaufenden Wobbler befischt werden.

26.JPGWenn ausserdem noch Hochwasser mit Eintrübung dazu kommt, liegt man genau richtig.

27.JPGÜberfluteter Seitenarm eines Flusses.

28.JPGSpinnwaller kämpfen wild an der Rute.

29.JPGBeim Spinnfischen ist nicht die Grösse der Fische das Ziel. Jeder Spinnwels ist ein eindrückliches Erlebnis.

30.JPGManchmal darf man ein Abstecher ins Grüne wagen.

31.JPG1,80er Wels mit ultraleichtem Spinngerät gefangen.

32.jpgIm Freiwasser beissen die grossen Fische meist auf Gummiköder.

33.JPGManchmal versprechen auch grosse Popper Erfolg.

Tackleempfehlung:

Ruten mit starkem Rückgrat und einer Maximallänge von 2.70m, idealerweise 2,00m
Rollen in den Grössen 5000 bis 8000
Geflochtene Schnur 0.40er
Köder: Gummifische, Wobbler, Popper

 

Das Schleifen

Unter Schleifen versteht man eine Technik, bei der vom treibenden Boot aus ein mehr oder weniger einfaches System in langsamer Drift über den Flussgrund geschleift wird. Meist werden Einzelhaken der Grösse 3/0 bis 9/0 verwendet. Das zwei Meter lange Vorfach aus geflochtenem, speziellem Vorfachmaterial wird mittels Bleiolive oder Tiroler Holz auf Grund gehalten. Als Köder kommen vorwiegend Fische zwischen 10 und 15 Zentimeter in Frage.

34.JPGAllzeit bereit muss die Rute immer in den Händen gehalten werden.

35.JPGInsbesondere in der kühlen Jahreszeit verspricht das Schleifen an sonnigen Tagen Erfolg. Dabei liegen die Fische oft im extrem flachen Wasser und geniesse die Strahlungswärme.

37.JPGAuch beim Schleifen sind es vor allem eher kleine Welse, die zuschnappen. Es gibt aber auch Jahre, in welchem etliche Granaten gefangen werden. Dies jedoch nur, wenn die Bedingungen optimal sind. Das heisst kühles Wasser, tiefer Wasserstand und ungetrübter Sonnenschein. Dann wandern die Welse ins Flachwasser zum Sonnenbad.

Tackleempfehlung:

Ruten wie beim Spinnfischen im Freiwasser. Teils auch etwas länger und stärker.
Schnur ab 0.40er bis 0.60er Geflochtene
Vorfach ab 60kg Reissfestigkeit
Köder: Fische um 12cm, riesige Wurmbündel