Ultimatives Spinnfischen am Po

von Chris Wittmann

Es ist Ende Juli. Der Wasserstand ist endlich auf ein tiefes Niveau gesunken. Während an heimischen Forellengewässern ein hoher Wasserstand schöne Fänge bringt gilt am Po in Italien das Gegenteil. Zumindest für die moderne Art des Spinnfischens, dem Shorthand Spinning. Ein tiefer Pegel und ausreichend Struktur im starkabfallenden Uferbereich ist ein "Must"! Die Welse (Silurus glanis) liegen dann ganz nah am Ufer in den Steinpackungen und Abbruchkanten auf der Lauer. Ihre Beute besteht in dieser Phase vorwiegend aus Meeräschen und Rapfen, die mit enormen Stossattacken erhascht werden. Meine Reise führte ins Welscamp La Motta bei Mantova. In diesem Bereich des Po gibt es zahlreiche aussichtsreiche Hotspots.

Mond-und-Fischer-Kopie.jpgAbendteuer im fahlen Mondlicht

Das Spinnfischen an einem solch gigantischen Fluss erfordert scharfe Sinne. Die Auseinandersetzung mit der Dunkelheit und oftmals unberechenbare Strömungen sowie Moskitos und schweissgebadete Bekleidung vermitteln das Gefühl von Abenteuer. Im Nachhinein gesehen ist es nichts anderes als ein gewaltiges Erlebnis ohne nicht kalkulierbare Gefahren aber mit jeder Menge unvergesslich schönen Erinnerungen. Für ungeübte Po-Fischer ist aber ein Guiding mit den Profis ein absolutes Muss und dabei sehr preisgünstig.

In der Umgebung des Welscamps La Motta liegen eine ganze Anzahl heisser Angelstellen. Leichte bis harte Strömung, Abbruchkanten und jede Menge Steinpackungen. Tiefe Pools, einer davon mit dem vielsagenden Namen "Schweizer Pool", schreien geradezu, das vertikale Fischen auszuprobieren. Bei Hochwasser unschlagbar ist die Mündung des Oglio, einem herrlichen Fluss, der aus den italienischen Alpen entspringt.
Das weckt Leidenschaft fürs Angeln - Welsbaby auf Vibrax Spinner in einem herrlichen Hinterwasser

kl_wels.jpgDas weckt Leidenschaft fürs Angeln - Welsbaby auf Vibrax Spinner in einem herrlichen Hinterwasser
IMG_3724.JPGSpinnfischen im Abendlicht

Kaum ist die Dunkelheit hereingebrochen, schon kracht's heftig an der Rute. Eine Wasserfontäne wie eine Unterwasserdetonation lässt die Haare zu Berge stehen. Die Shimano BeastMaster SoftBait verneigt sich beängstigend. Mal steht er links neben dem Boot... um im nächsten Augenblick unten durch auf die rechte Seite zu schiessen.

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Mit der Shimano Softbait extra heavy gelangen Fänge bis 1.85m ohne jede Unsicherheit.

Tags darauf noch bei Tageslicht - ein weiteres Abenteuer steht bevor. Im Frühsommer und bei hohem Wasserstand beissen die Welse auch tagsüber. Herrliches Fischen und gewaltige Beute, und dies nur ein „Katzensprung“ von der Schweiz entfernt! 

wels_tag.jpgFette Beute - der europäische Wels ist eine flinke Granate.

Die Attacken kommen wie aus dem Kanonenrohr geschossen! Der Silurus glanis ist alles andere als ein fauler Sack. Die „Wundertüte des Süsswassers“ raubt insbesondere bei hohen Wassertemperaturen.

wels3.jpgHochkonzentriertes und ausdauerndes Spinnfischen ist Pflicht am Po; Bei der Aussicht auf solche Fische lohnt sich dies jedoch allemal!

wels2.jpgShimano Ruten und Rollen bestückt mit Rapala Lures sind unschlagbar!